Bremser-Familiengeschichte
Bremser-Familiengeschichte

Aktuelles

Donnerstag, 1.8.2019

Älteste bürgerliche Brömser im Rheingau

Dem Aufsatz von Dr. Harald Winkel „Das älteste Lehnsbuch und das älteste Zinsregister der von Greiffenclau zu Vollrads“, veröffentlicht in den Nassauischen Annalen, 129. Band, 2018, haben wir es zu verdanken, dass wir auf einen bürgerlichen Namensträger ‚Brömser‘ stoßen, der rund 100 Jahre vor Dietrich Brömser von Rüdesheim gelebt hat, und somit kein Vorfahre der späteren bürgerlichen Brömser und Bremser in Rheingau und Taunus war.

Im Zinsregister vom Anfang des 15. Jahrhunderts mit Nachträgen aus dem 1. Drittel des 15. Jahrhunderts (bis ca. 1435) finden sich Einträge über einen Klaus Brömser (Klesegin Bromszer/Clesegin Brümszir) in Hallgarten, der Pächter und Anlieger von dortigen Weinbergen in der Schönhell (Schonheldin) war. Sein Nachfolger als Pächter war um 1420 ein Peter Rose (Pedir Rose). Ihm war es auch gelungen, die in Hallgarten genannten Weinberge der Zinszahlung an Freidrich Greiffenclau von Vollrads zu entziehen.


Gut möglich ist, dass er mit den bürgerlichen Brömsern in Mainz, Weisenau verwandt war, und dass sie Abkömmlinge eines bisher nicht bekannten adeligen Brömser von Rüdesheim waren. Möglicherweise handelte es sich dabei um ein Familienmitglied, das in den Dienst der Kirche in Mainz eingetreten war und (einen) illegitime(n) Nachkommen hatte.

 

Siehe auch unter: Nachträge zum Aufsatz

Die XI. Generation

11. Johann Brömser von Rüdesheim (* ca. 1394/1400 – + 2.2.1451) 1. oo 1423 mit Else vom Geisbusch (+ um 1430); 2. oo um 1430/35 mit Margarethe Boos von Waldeck (um 1442)

Baustelle - ab hier ist der Text noch unvollständig!

 

 

Am 10.8.1428 (St. Laurentiustag) erhält Johann Brömser(Brymsser) von Erzbischof Conrad von Mainz zu Mannlehen: die Güter in und bei Rüdesheim. Er darf 2 oder 3 Rehe schießen, wenn ein Sohn oder eine Tochter von ihm heiratet. Die Krugbäcker (Ulner) von Aulhausen sollen ihm bei der Hochzeit ausreichend Düppen und Krüge in sein Haus bringen. Johann schwört Treue und den Eid der Burglehensleute.

Am 14.2.1429 macht ihn Wilhelm von Loen, Graf zu Blankenheim, zu seinem Burgmann auf Blankenheim, belehnt ihn erblich mit einem Haus zu Blankenheim im Tal, welches von Friedrich, dem Bastard von Blankenheim selig, heimgefallen war. 1434 hatte er Streitigkeiten mit der Reichsstadt Aachen, ersuchte sie am 3. Mai, den noch zurück behaltenen Teil, der ihm ohne Fehdeankündigung abgenommen wurde, Habe (Wertsachen) und Pferde, die ihm nach Blankenheim gesendet werden sollten, binnen 14 Tagen zurück zu erstatten und Genugtuung zu leisten, andernfalls er das Verfahren der Stadt  öffentlich bekannt geben werde. Will Antwort in 8 Tagen nach Rüdesheim haben.

Am 22.9.1444 entsagen als Helfer Johanns Brömser von Rüdesheim der Feindschaft gegen Graf Johann von Nassau-Beilstein, der sie aus der Gefangenschaft losgegeben hat: Adam Kemerer (Kämmerer von Worms?), Engelhard von Rodenstein, Philipp von Frankenstein (Frangestein) d. J.,  Hans Kalb von Rinheim, Reinhard von Sickingen (der Großvater des berühmten Franz von Sickingen), Burkard und Wiprecht Sturmfeder [von Oppenweiler], Heintze von Birgstadt, genannt Elegast (Staatsarchiv Wiesbaden; von Erathscher conspectus Historiae Nassauiensis I, S. 451-452).

Johann verkaufte das oben genannte Lehen zu Blankenheim bereits 1440 an Johann von Heinsberg, genannt Kirschbaum. Er soll den Bau der Kirche zu Bornhofen, den sein Vater begonnen hat, 1435 fertig gestellt haben. Johann war zweimal vermählt:

1. im Jahr 1423 mit Elisabeth, Erbtochter des Ritters Roilman von Geisbusch zu Bollheim und der Agnes von Treis. Sie brachte ihm reichen Besitz in die Familie, war die Witwe Johanns Schenk von Liebenstein und starb bereits um 1430.

2. um 1430/35 mit Margaretha, Tochter des Paulus Boos von Waldeck (1427 – 1455), Herr zu Linster (in Luxemburg) und der Demuth von Eltz (um 1406).

Johanns Siegel vom Jahr 1445 ist abgebildet bei Bodmann, Tafel II, Nr. 39 b. Er starb am 2.2.1451

Kind (nach Oidtman aus 1. Ehe, nach Möller aus 2. Ehe):

  1. Johann Brömser von Rüdesheim – siehe unter 12.1

Aus 2. Ehe:

  1. Heinrich Brömser von Rüdesheim – siehe unter 12.2

  2. Else Brömser von Rüdesheim , verheiratet mit Arnold von Arscheid, der 1471 starb

Anmerkung: hier reiht von Oidtman zwei weitere Kinder ein, die aber in Wirklichkeit nicht existiert haben:

1. Dietrich Brömser von Rüdesheim um 1493 – bei ihm handelte es sich um einen Sohn von (12.) Heinrich Brömser von Rüdesheim; dieser Dietrich war später der Begründer des bürgerlichen Zweiges der Brömser

2. Friedrich Brömser von Rüdesheim um 1488 bis 1503 – war in Wirklichkeit Friedrich der Jüngere von Rüdesheim aus der Hauptlinie (ohne Zusatz ‚Brömser‘); er heiratete um 1477 Gertrud, die Witwe von Johann Brömser und wurde so zum Vormund über ihre kleinen Kinder aus 1. Ehe. Bereits in Reichskammergerichtsakten aus der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die Verwechslung, indem er dort „Brömser von Rüdesheim“ genannt wurde.