Bremser-Familiengeschichte
Bremser-Familiengeschichte

Aktuelles

Donnerstag, 1.8.2019

Älteste bürgerliche Brömser im Rheingau

Dem Aufsatz von Dr. Harald Winkel „Das älteste Lehnsbuch und das älteste Zinsregister der von Greiffenclau zu Vollrads“, veröffentlicht in den Nassauischen Annalen, 129. Band, 2018, haben wir es zu verdanken, dass wir auf einen bürgerlichen Namensträger ‚Brömser‘ stoßen, der rund 100 Jahre vor Dietrich Brömser von Rüdesheim gelebt hat, und somit kein Vorfahre der späteren bürgerlichen Brömser und Bremser in Rheingau und Taunus war.

Im Zinsregister vom Anfang des 15. Jahrhunderts mit Nachträgen aus dem 1. Drittel des 15. Jahrhunderts (bis ca. 1435) finden sich Einträge über einen Klaus Brömser (Klesegin Bromszer/Clesegin Brümszir) in Hallgarten, der Pächter und Anlieger von dortigen Weinbergen in der Schönhell (Schonheldin) war. Sein Nachfolger als Pächter war um 1420 ein Peter Rose (Pedir Rose). Ihm war es auch gelungen, die in Hallgarten genannten Weinberge der Zinszahlung an Freidrich Greiffenclau von Vollrads zu entziehen.


Gut möglich ist, dass er mit den bürgerlichen Brömsern in Mainz, Weisenau verwandt war, und dass sie Abkömmlinge eines bisher nicht bekannten adeligen Brömser von Rüdesheim waren. Möglicherweise handelte es sich dabei um ein Familienmitglied, das in den Dienst der Kirche in Mainz eingetreten war und (einen) illegitime(n) Nachkommen hatte.

 

Siehe auch unter: Nachträge zum Aufsatz

Die 4. Generation

4.1 Hans Jacob B. (1627 - +1643/46) in Lorch/Rheingau

Geboren  vor 1605; gestorben ca. 1643/46 verm. Lorch/Rheingau; 1. Trauung vor 26.8.1627 mit Ottilia NN; gestorben um 1628; 2. Trauung um 1629/30 mit Anna Catharina Wiederholt, geboren 6.1.1609 Lorch/Rheingau; gestorben  nach 3.8.1677 Lorch (?), Tochter des Philipp Wiederholt, Hilchischer Keller zu Lorch (von 1606 bis 1619 nachgewiesen , am 10.11.1624 Keller des Klosters Schönau; + 7.12.1624 Lorch) und der Agnes .


Hans Jacob war zunächst Keller des Klosters Schönau (14.2.1627 „Schönauiensium Cellarius“, 25.9.1627 „in Schönauw Cellari“). Ende 1631 drangen die Schweden in den Rheingau ein. Etwa in dieser Zeit ist er zum Mitglied des siebenköpfigen Stadtrates von Lorch ernannt worden (Senator, 1633 – 1639 nachgewiesen), nachträglich (1661 u. 1662) [ehemaliger] Schöffe [Scabinus] genannt.


Als wohlhabende Einwohner waren Hans Jacob und seine beiden Frauen gern gesehene Paten innerhalb der Familie und bei anderen Familien in Lorch: Pate am 14.2.1627 bei Taufe von Johann Jacob, Sohn des Schneiders Johannes Koth zu Lorch; Ottilia Patin am 26.8.1627 in Welterod bei Taufe von Anna Otila, Tochter des Johannes Strut Hofmann auf  Hof Angschied und dessen Frau Anna geb. B. aus der Zorner Linie der Familie; Er Pate am 25.9.1627 in Lorch bei Taufe von Johann Jacob, Sohn des Schuhmachers Simon Bingel; Anna Catharina am 16.6.1630 Patin bei Taufe von Anna Catharina, Tochter des Adam Heller in Lorch (Schultheiß von Lorch 1633-1635); Er Pate am 21.9.1630 bei Hans Henrich, S. des Friedrich B. in Bornich (aus der Nastätter Linie der Familie); er Pate am 20.2.1633 bei Taufe von Johannes Jacob, Sohn des Andreas Frankfurter; Anna Catharina, Ehefrau des Jacob B., Ratsmitglied (Senator), ist am 18.9.1633 Patin bei Taufe von Anna Catharina, Tochter des Hironymus Siebenecker zu Lorch; „Anna Maria“ B. , Frau des Johann Jacob B., Senator, ist am 29.3.1637 Patin bei Taufe von Anna Maria, T. des Johannes Hanau von Diebach ; sie nochmals Patin am 3.8.1677 in St. Goarshausen bei Tochter des Anton Peter Abt (ev.)


Hans Jacob B. wird auch zusammen mit Verwandten als Bezugsperson genannt: 1632 gestorben während der Pest: Bruder Tilmann B. („28. February sepultus e Tilmann Brömbser statuarius, Joes Jacobi fraterus“) und der Vater („12. Aprilis sinut sepulti sunt Andreas Brömbser civis in Rüdesheim Joes Jacobi partre et ...“ es folgt ein weiterer Sterbefall); Bruder Johannes B. ist am 12.2.1634 Taufpate („succepit Joannes Brömbser, D. [Herrn] Jois Jacobi frater“).


Nach der für die Protestanten verlorenen Schlacht von Nördlingen 1634 begann die schrecklichste Zeit des dreißigjährigen Krieges. Ganz Mitteldeutschland wurde von Soldaten überschwemmt. Der Rheingau fiel abwechselnd an die eine oder andere Kriegspartei. Im August 1635 musste sich bspw. Rüdesheim den protestantischen weimarischen Truppen auf Gnade und Ungnade ergeben . Für einige Zeit brach die öffentliche Ordnung und Verwaltung zusammen. Die Einwohner flüchteten, völlig ausgeraubt und ausgeplündert, und hausten von Ostern bis August 1635 in den Schluchten und Klüften des Wispertals . Wer es sich leisten konnte, ging in die Städte flussabwärts am Rhein, beispielsweise nach St. Goar, St. Goarshausen oder Kaub, weil diese Städte durch die Burgen Rheinfels, Katz und Reichenberg besser geschützt waren. So auch Hans Jacob und seine Familie. Im August 1635 befanden sie sich in St. Goarshausen, als in der Stadt die Pest ausbrach und viele Todesopfer forderte. Unter ihnen befand sich auch eine Tochter von Hans Jacob Brömser. 1637 finden wir Hans Jacob und seine Familie wieder nach Lorch zurück gekehrt. Zwischenzeitlich war 1636 eine grässliche Hungersnot. Der Rheingau blieb fortan Kampfplatz von katholischen und protestantischen Truppen, die gleichermaßen die Bevölkerung aussaugten. Mitten in dieser unruhigen Zeit kam Hans Jacobs einziger Sohn Balthasar Anfang 1643 zur Welt. Kurz darauf muss der Vater gestorben sein.


Das Vermögen seiner Witwe betrug 1646 583 Gulden, 8 Albus, Schulden hatte sie keine ; 1661/62: Jacob B. genannt als [ehemaliger] Schöffe (Scabinus) zu Lorch, dabei 1662 p.m. (Post mortem = verstorben); die Witwe ist nicht genannt in der Beschreibung der bürgerlichen Güter in Lorch 1659/60 laut Verzeichnis der Namen (nach Vornamen sortiert).


Kinder aus 2. Ehe:

•    Christina get. 30.3.1631 Lorch (kath.)
•    Maria Otilia B., begr. 13.8.1633 Lorch (kath.)
•    Maria Otilia B., get.  17.9.1634; begr. 3.1.1635 Lorch (kath.)
•    Ottilia Elsa B., get. 4.2.1640 Lorch (kath.) oo 17.9.1661 Lorch mit Theodor Diel
5.1 Balthasar B. (1643 – 1666) in Lorch
•    „Kind, Brumsern von Lorch begraben“ 30.8.1635 St. Goarshausen (ev.) + während einer Pestepedemie (vermutl. das erste Kind Christiane)

 

4.2 Johannes B. (um 1634)  in Lorch/Rheingau

Geboren vor 1620; gestorben nach 12.2.1634 (Lorch?).


12.2.1634 Pate bei Taufe von Johann Martin Gipffel, illegitimer Sohn des Philipp Gipffel aus Rüdesheim und der Gertrud („succepit Joannes Brömbser, D. Jois Jacobi frater“).


Johannes B. lebte sicher nicht in Lorch, denn sonst wäre er dort bekannt gewesen und nicht mit dem Zusatz „Bruder des Herrn Jo-hannes Jacob B.“ erwähnt worden. Über sein Leben ist nichts Sicheres bekannt.


Eventuell ist er identisch mit der nachfolgenden Person:

 

o. Nr. Johannes (Jan) B. (1634-1669) Orgelbauer in Mechelen, Holland

Geboren vermutlich zwischen 1600 und 1610; begraben am 30.8.1669 Mechelen; getraut 4.8.1637 Mechelen mit Joanna Buys, geboren vor 1620; gestorben am 6.11.1659 Mechelen (?); er 2. Ehe am 12.6.1660 Mechelen mit Margriete van Eeigem; von ihr sind keine Lebensdaten bekannt.
Bedeutender Orgelbauer der Niederlande; baute oder renovierte ab 1634 Orgeln in Holland und Belgien. Die Orgel von Mechelen ist bspw. noch erhalten. Bremser-Orgeln gehören zu den besten des 17. Jahrhunderts in Brabant.


Emigrierte wahrscheinlich um 1630/34 über Herzogenbusch (NL: S’ Hertogenbosch) in die Niederlande, wo er vermutlich mit Floris Hocque Jr. (+1631) am Bau der dortigen Orgel mitwirkte; er könnte dort einer der beiden nicht namentlich genannten Gesellen gewesen sein.


Kinder:

Aus erster Ehe:
• Dirick B.; * 1639 Mechelen (?) – geistig behindert
• Dismas  B.; * 1643 Mechelen (?)
• Blasius B.; * 1646 Mechelen; + 26.8.1679 (Mechelen?); oo 11.7.1673 (Mechelen?) mit Joanna Verhuyck; 2 Kinder: 1. Johanna Margareta * 1676 und Joannes * 1678
• Elisabeth B.; * 1652 Mechelen (?)
• Peeter B.; * 1652 Mechelen (?)

 

Aus zweiter Ehe:
• Keine

Die Söhne Dismas, Blasius und Peter haben wahrscheinlich bei ihrem Vater in der Werkstadt mitgearbeitet . Nur Blasius ist jedoch als eigenständiger Orgelbauer in Erscheinung getreten.

 

4.3 Tilmann B. (+1632) in Lorch

Geboren vor 1610; begraben am 28.2.1632 Lorch; gestorben an der Pest: „28. February sepultus e Tilmann Brömbser statuarius [Bildhauer], Joes Jacobi fraterus“.

 

Tilmann B. lebte wie sein Bruder Johannes sicher nicht in Lorch, denn sonst wäre er nicht mit dem Zusatz „Bruder des Johannes Jacob B.“ erwähnt worden. Über sein Leben ist bisher nichts weiteres bekannt.

 

4.4 Johannes (Sen.) (1625 - + 1632)  in Presberg

Geboren (lange) vor 1605; gestorben am 5.4.1632 in Presberg an der Pest; getraut  vor November 1625 mit Anna Maria NN; gestorben nach Januar 1631


Johannes B. Senior war am 17.1.1630 Pate bei Taufe von Johannes, Sohn des Johannes Klauer in Presberg.


Kinder:

5.2 Johann (2. Sen.) * 5.11.1625 Presberg (V.: Joh. B. Sen.)
•    Ottilia * 14.5.1629 Presberg
•    Ursula * 14.9.1631 Presberg

 

Begründung für Einordnung:
1. Es muss zwei Familien Joh. B. verheiratet m. Anna Maria in Presberg um 1630 gegeben haben (siehe unten), denn es gab zwei Taufen am 14.5. u. 12.8.1629; z.T. zur Unterscheidung Joh. B. Sen. und Jun. genannt
2. Agnes B., gestorben am 5.2.1625 sicher nicht 1. Ehefrau von Johannes B. (Sen.), der genau 9 Monate später Kind Johannes (5.2) mit Anna Maria taufen lässt!

 

4.5 Johannes (Jun.) (1609 - 1665)  in Presberg

Geboren vor 1595 ; gestorben um 1665/1668 verm. in Presberg; 1. Trauung zwischen 1609 und 1613 mit Agnes NN ; gestorben 5.2.1625 in Presberg ; 2. Trauung zwischen 1625 u. 1627 mit Anna Maria NN (Kesseler ?); gestorben nach 1667 verm. in Presberg.


Er erwähnt 1609 (er) und 1613 (mit Agnes) bei Taufen; 12.8.1629: Eintrag bei Taufe von Tochter Anna, nachdem 3 Monate zuvor Ottilia, T. von [4.4] Joh. B. und Anna Maria getauft wurde: „NB: duos fratres fuisse (?) hoc tempere ibid[em] unius nominis, uxoreys“ = „Anm.: zwei Vettern sind zur selben Zeit ebenda, eines Namens wie auch der Ehefrauen“; Er Taufpate am 8.5.1633 bei Johann, Sohn des Engelmann Rooß, Köhler; er Taufpate am 7.2.1644 bei Johann, Sohn des Jodocus Wallmanach; sie vermutlich Patin bei Taufe von Joh. Gerlach, S. des Joh. Philipp B. am 6.4.1651 in Patersberg; Anna Maria genannt 1668 als Witwe zu Presberg.


Aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls hier einzuordnen:
1665: Johannes Prömbser, Einwohner zu Presberg
1668: Johannes Prömbser,  + Einwohner zu Presberg
(o. D.) 1659: Johannes Brümbser, Pate bei Johannes, Sohn von Stephan Meckel und Ottilia
12.3.1662: Anna Maria Primpser, Patin bei Anna Maria, Tochter von Jodocus Kesseler und Anna [Maria geb. Bremser]
1.3.1663: Anna Maria Primpser, Patin bei Anna Maria, Tochter von Stephan Meckel und Ottilia

 

Kinder:
•    Catharina, geb. 2. Advent 1627 Presberg , begr. 27.5.1633 Presberg
•    Anna, geb. 12.8.1629 Presberg; begr. 4.5.1633 Presberg
•    Johann, geb. 18.2.1632 Presberg; gest. als Kleinkind (?)
•    Jodocus, geb. 27.11.1633 Presberg
•    Anna, geb. 20.6.1638 Presberg (oder 20.4.?; Patin: Anna uxor Johann NN)
5.3 Johannes, geb. 5.8.1640 Presberg
•    Anna Maria, geb. 7.10.1642 Presberg; getraut um 1657 mit (Jost o. Jodocus) Kesseler; Patin am 17.12.1653 in Presberg bei Anna Maria, Tochter von Nicolaus Schifferstein und ca. 1655/58 in Presberg bei Anna Maria, Tochter von Philipp Kessler und Agnes („Anna Maria Kesslerin dicta Brümbserin“)

 

4.6 Philipp B. (Um 1590/95 - +1654) in Grebenroth, Egenroth, Zorn, St. Goarshausen und Patersberg

 

Geboren um 1590/95  (vermutlich in Zorn); begraben am 20.1.1654 in Patersberg; 1.Trauung vor 14.8.1614 mit Anna NN ; gestorben um 1635; 2. Trauung ca. 1636/37 mit Anna Margaretha NN; geboren um bzw. vor 1610; begraben am 13.10.1691 in Zorn; Sie: 2. Trauung am 22.5.1655 in St. GoarshausenKB-Gh mit Johann Colonius, Bierbrauer von St. Goar; Sohn des Alexander Colonius; geboren ca. 1624 verm. St. Goar o. St. Goarshausen; konfirmiert 1639 St. Goarshausen ; begraben am 8.5.1683 in Zorn.


Wohnhaft von 1614 – 1623 in Grebenroth; von 1628 – 1633 in Egenroth  (1652 lebte sein Hofmann dort); von 1635 – 1644 in Zorn; dazwischen um 1635 – 1639 nach St. Goarshausen geflüchtet, und von 1644 – 1654 in Patersberg.


Schultheiß des Vierherrengerichtes auf dem Altenberg:  29.9.1634, 25.12.1634, 23.5.1635, 1636  sowie 2.7.1637, 29.12.1639 und 1644; Schultheiß zu Zorn: 2.10.1639; 13.4.1642; 1644  und 1650 ; 1651 und 1654: ehemaliger Schultheiß (olim praetor) zu Zorn.


Anna B. ist Patin am 14.8.1614  bei Taufe von Henrich, Sohn des Caspar Zorn (*6.8.1614); am 23.5.1619 bei Taufe von Anna Christina, T. des Philipp Scherer zu Schwalschied; am 27.6.1630 bei Taufe von Anna, Tochter des Johannes Nernherr (o. Morn-henn? ) zu Egenroth; am 24.7.1631 bei Taufe von Anna Katharina, Tochter des Jacob Holtzhausen von Langschied; am 12.5.1633 bei Taufe von Ott Wilhelm, Sohn des Johann Grebert.


Philipp B. ist Pate am 15.10.1615 bei Taufe von Philipp Bernhard, Sohn des Johannes Zorn ; am 1.1.1619 bei Taufe von Henrich, Sohn des Bernhard Wagner; am 15.6.1633 bei Taufe von Joh. Philipp, Sohn von Johannes Schmidt; am 23.5.1635 bei Taufe von Elsa Maria, Tochter eines armen Mannes namens Georg auf Hof Schönborn (= Schönberg?), die im Wald geboren wurde
Genannt im Kastenregister von Zorn von 1620PA-Di: „Fünff Gulden Conrad von Martert empfangen aus dem Casten Zorn, legt zum Underpfand ein Wiessenplacken vorm Bacholtz, term oben Emmerich B., unden zu sein Sohn Philips“ .


In seinem Haus in Egenroth brach 1628 die Pest aus, an der innerhalb von drei Wochen drei seiner Kinder starben.


Philips B. zu Egenroth (‚Eychenroth‘/‚Eichenrodt‘) 1629/35 und 1629/30 auf 200 Gulden geschätzt;
Nach 1635: Grebenroth und Egenroth waren vollständig entvölkert, denn eine Bemerkung im Kirchenbuch vom Jahr 1646 besagt, dass niemand in dem Kirchspiel Altenberg wohnt, „denn nur Caspar Zorn, itzund in Meilingen wohnend“  ; Philipp B. nach Zorn zurück gezogen, dann nach St. Goarshausen geflüchtet, dort 1637 und 1639 wohnhaft.


Margreth, Philip B. Schultheiß zu Zorn Ehefrau Patin am 2.10.1639 bei Tochter von Georg Holzhausen zu Meilingen; und am 7.9.1642 bei Joh. Wilhelm, Sohn des Barthel Gödert von Grebenroth
Unterschrift „Philips B. Schultheiß“ von 1644 im Kastenregister von Zorn.


Philipp B. Pate am 16.6.1644 bei Taufe von Anna Elisabeth, Tochter des Hans Müller von Zorn
1644 nach Patersberg geflüchtet und wohnt im Gemeindehaus ; wie viele Einwohner der Umgebung während der schrecklichen Zeit des 30-jährigen Krieges nach 1635, weil Patersberg durch die umliegenden Burgen Reichenberg, Katz und Rheinfels besser geschützt war.


Ab 1645 betreibt Philipp B. das Wirtshaus der Gemeinde Patersberg im dortigen Gemeindehaus - 1654 Tranksteuer für verzapften Wein; u. a. 1645: 1 Gulden 12 Albus empfangen „vom Gasthaus, das er 3 Monat gebraucht hat“.


Etwa 1648 genannt als Einwohner zu Egenroth.


1649 genannt als „Würth zu Patersberg“, Pate bei Taufe einer Tochter von Johannes Brusterbach zu St. Goarshausen.


Margarethe B. ist am 3.1.1651 Patin bei Taufe von Johann Henrich, Sohn des Johann Hilchen in Patersberg .


Taufe des Sohnes Johann Gerlach B. am 6.4.1651 in Patersberg: „Parentes: Philips B., olim ptor (praetor / Schultheiß) in Zorn, Patrini: ... Anna Maria von Presberg“.


Einnahme der Gemeinde Patersberg 1652: “17 Gulden von 17 Ohm verzapften Wein von Philibus Brümsern dem Wirdt Empfangen”.


Am 1.2.1652 ist dem Tönges von Eckerodt, Philips Brömsers Hofmann, ein Töchterlein ... begraben worden.


Abendmahlteilnehmer (Communicantes) auf dem Altenberg: 25.12.1618: Anna, Philipp B. uxor; 28.3.1619 (Ostern), 16.5.1619, 16.4.1620 (Ostern), 13.10.1622, 17.4.1625 (Ostern), 13.5.1627 (Pfingsten): jeweils Philipp B. et uxor; 13.4.1628: er, 28.3.1630 (Os-tern): beide, 29.5.1631 (Pfingsten): er; 25.12.1631: sie; 20.5.1632 (Pfingsten): er; 5.8.1632: Philipp B. Ancilla Anna Catharina ; 25.12.1632: beide; 12.5.1633: Anna, Philipps B. zu Eichert Hausfrau, 9.6.1633 (Pfingsten): Philipp B., Philipps B. Sohn , Philipps B. uxor; 18.8.1633 (Buß-, Fast- und Bettag): er; 10.11.1633:  beide; (7.12.?)1634: Philipp B. uxor, Catharina, Brömbsers ancilla; 25.12.1634: er; 7.11.1641 zu Grunaw: Philipps B. Frau
Am 20.1.1654 begraben: „Philips Brömser olim praetor ... zu Zorn, aetas 58 ann., 1654, dies 20. jan., textus psalm 116, V. 15“ (Lei-chentext: Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem Herrn)

Anfang 1654: Witwe zahlt 4 Gulden 6 Albus Tranksteuer „vor verzapften Wein“ für ihren verstorbenen Mann.


1654: „2 Gulden 6 Albus bei Philips Brumsers Witib entfangen“ und „7 Gulden 6 Albus von Philips Brumsers Witib entfangen“ …“so er der Gemein verstorben“.


Philipp B. am 22.5.1655 genannt als „gewesener Würth“


Am 20. 3.1656  klagt Hans Henrich Cuntz von Nasteden, dass von Anna Margaretha, Philipp Brömbsers hinterl. Wittib und erster Ehe Kinder, jetzt zu Hausen (St. Goarshausen) wohnhaftig, weil Jacob Brömbsers seel. als in testato erben  eine Schuldforderung von 11 Reichsthalern so Jacob ihm schuldig sei vor einen Weidochsen zu praetendiren [=beanspruchen] habe, so besagter Jacob Brömbser von sein deß H. Henrich Cuntzen ...  zu mehr bent. [benanntem] Nastetten umb solchen preiß gekauft...  
Zur selben Zeit stehen Philipp Brömsers Kinder unter der Vormundschaft von Wilhelm Gärtner, Schultheißen zu Zorn, und Barthel Göddert von Grebenroth.


„Margareth, Johann Colonii des Bierbrauers Weib“ ist Patin am 7.3.1658 bei Taufe von Anna Margaretha, Tochter des Philipp Fuchs in St. Goarshausen.


Johannes Colonia „Brauwer von S. Goarshausen“ ist Pate am 4.4.1656 bei Taufe von Johann Georg, Sohn des Georg Hecht von Egenroth und am 5.7.1662 als „Bierbrawer zu Zorn“ bei Taufe von Johann Andreas, Sohn des Barthel Gödert von Grebenroth.


Marx Ott in Niedermeilingen, Hofmann der Erben des verstorbenen [ehemaligen Schultheißen zu St. Goar] David Junior, hat 1664 11 ½ Reichsthaler Schulden an Philipp B. selig Erben.

 

Um 1659/62 ist das Ehepaar Colonius/Witwe Bremser nach Zorn verzogen
Vermutlich Bruder von 4.7 Jacob B. (um 1620 - 1628/35) in Zorn – zumindest war Philipp B. sein natürlicher Erbe (siehe oben unter 20.3.1656).


Kinder des Philipp B. von Zorn aus 1. Ehe:
•    Johannes, geb. 1616 Grebenroth, begr. 23.10.1628 Egenroth
•    Hans Andreas geb. 1618 Grebenroth, begr. 8.10.1628 Egenroth
•    Sybilla, geb. Grebenroth, get. 21.6.1620 Altenberg, begr. 31.10.1628 Egenroth;
•    Jacob, geb. Grebenroth, get. 10.9.1623 Altenberg, + ? 
•    Anna Catharina, get. 26.4.1626 Altenberg


Kinder aus 2. Ehe:
•    Elisabetha Catharina, get. 2.7.1637 St. Goarshausen
•    Johann Jost, get. 29.12.1639 St. Goarshausen
•    Anna Maria, * Zorn, get. 13.4.1642 Altenberg
•    Anna Christina, * Patersberg, get. 23.2.1645; + ca. 1668 (verm. Niedermeilingen); oo 21.11.1665 Niedermeilingen mit Johannes, Sohn des Best Schönberger
5.4 Joh. Konrad (Kurt), * um 1646/48 – + 1727
5.5 Joh. Gerlach, * 1651 – + 1713

Kinder aus 2. Ehe von Margarethe verw. B. mit Johann Colonius:
•    Anna Margaretha, get. 10.12.1656 St. Goarshausen; begr. 25.04.1660 Zorn

 

Anm.:
Bei den Kindern Sybilla und Jacob waren Verwandte des Vaters aus der Zorner Sippe der Bremser Paten:
- bei Sybilla: Johannes [Strut], Hofmann zu Angschied [Angstatt]; verheiratet mit Anna, ‚nachgelassene‘ Tochter (oder evtl. Witwe) des Barthel Bremser zu Zorn
- bei Jacob: Elisabeth, Jacob B. Frau von Zorn

 

4.7 Jacob B. (um 1620 - 1628/35) in Zorn

Geboren vor 1600; gestorben um 1635 (Zorn?); getraut mit Elisabeth; geboren vor 1605 verm. Langschied ; gestorben nach 1623 (Zorn?).


Um 1620 genannt als Anlieger im Kastenregister von Zorn: „Jacob B.“


Er Pate am 3.11.1620 bei Taufe von Anna Maria, Tochter des Johannes Strüt vom Hof Angschied.


Sie Patin am 10.9.1623 Taufe von Jacob, Sohn des Philipp B. in Grebenroth.


Am 25.9.1625 und 1630  Hofmann des Junkers Joh. Friedrich v. Breidbach zu Zorn.


Die Güter des Joh. Friedrich v. Breidbach zu Münstermaifeld in Zorn werden 1616 und 1629/30 auf 1.700 Gulden geschätzt : „1700 Gulden Juncker Joh. Friedrich von: undt zue Breydtbach von den guethern im Kirchspiel Zorn, nota sein Hofleuth seindt Jacob Brömbßer und Jacob Marmann  zue Zorn … 400 Gulden Hermann Nordeck zu St. Goar, dessen uffheber Johann Marmann Schultheiß zue Zorn“
Er Pate am 26.8.1627 bei Taufe von Stephan, Sohn des Johannes Strut und Anna geb. B. vom Hof Angschied und am 16.9.1627 in Welterod bei Taufe von Henrich, Sohn des Clas Dönges und der Else von Strüth.


Um 1628/36 in Zorn auf 125 Gulden geschätzt und um 1629/35 als Ausmärker (Auswärtiger mit Besitz am Ort) in Langschied auf 125 Gulden geschätzt ; 1629 in Zorn auf 150 Gulden geschätzt und als Ausmärker in Langschied auf 150 Gulden.


Genannt im Kastenregister von Zorn von 1630 und weiter unten (nach 1630?): „Jacob B., Gerichtsschöffe zu Zorn“ (einer von sieben Schöffen), und: Jacob B. besitzt Grundstücke im „Brüel“ , in der „Leyßen Wieß“ ,  im „Bachholtz“.


Jacob B., höchst wahrscheinlich Urenkel des Dietrich B. v. R., wurde von einem Verwandten der adeligen Seite als Hofbeständer angenommen  –  die Mutter des Joh. Reichard B. v. R. war Loretta von Breidbach. Deren Vater Wilhelm von Breidbach war übrigens einer der Vormünder des Joh. Reichard B. v. R. und hat zusammen mit den anderen Vormündern nach 1567 versucht, die bürgerliche Linie der Brömser aus ihrem Anwesen in Rüdesheim zu verdrängen.

 

4.8 Anna B. verh. Strut (1614 - +1627) auf Hof Angschied bei Zorn

Geboren vor 1597; begraben am 26.8.1627; gestorben auf Hof Angschied bei Strüth; getraut am 16.8.1614 Welterod mit Johannes Strüt, Hofmann auf Hof Angschied (auch Johannes Hofmann genannt); geboren vor 1580; gestorben vor 11.5.1645 ; er 1. oo 22.4.1611 Welterod mit Juliane, Tochter des Jacob NN von Walmenach; Sohn von Michel NN [Strut], Hofmann zu Angschied, + 23.8.1613 mit 70 Jahren an der Pest  - der Name Strut könnte sein Herkunftsname sein, denn Strüth liegt ganz in der Nähe von Welterod.


Sie Patin am 10.9.1618 bei Peter Zahns Tochter Anna Marg. („Anna Johann Hofmanns Frau zu Angsched“)  ; am 21.2.1619 bei Taufe von Philipp Wüsten Tochter Anna Margaretha („Anna Johannes Hofmann Frau zu Angschedt“)  und am 25.6.1624 bei Taufe von Anna Christina, Tochter des Johann Baptist Dönges.


Er Pate am 3.9.1620 bei Taufe von Henrich Eisengart zu Strüt Sohn Joh. Leonhard; („Joannes Hofmann zu Angschied“) ; am 21.6.1621 bei Taufe von Sybilla, Tochter des Philipp Bremser zu Grebenroth und am 29.4.1627 bei Taufe von Joh. Christmann, Sohn des Johann Deusinger.


Johannes Strut wird oft nur Johannes Hofmann (so 1612, -15, -18, -19 (2*), 1620, -24 (4*) oder Johannes der Hofmann (1624) ge-nannt. Das war hier sicher eine Berufsbezeichnung, denn er war Hofmann des Klosters Schönau auf Hof Angschied. Der Familienname war also gerade erst am Entstehen. Ab 1620 häufiger Johannes Strut (1620, -22, -25, -26 sowie 3 mal 1627 und 1645); Michels Johannes bei Trauungen 1611 und 1614 sowie Johannes von Angschied (2 * 1611) Das Ehepaar hatte insgesamt 10 Kinder, wobei sie nach der Geburt von Zwillingen 1627 verstarb.


Paten bei den Taufen dieser Kinder waren u. a.:
Philips Brömser zu Grebenroth (Grebert) und Caspar Zorns Hausfrau zu Grebenroth am 4.4.1619; Jacob Brömbser von Zorn am 3.11.1620;  Anna, Jacob [des] Schultheißen [Johann Marmanns] Sohns Frau zu Zorn am 25.9.1625; Jacob Brömbser von Zorn und Stephan, sein [also des Vaters Johannes Strut] Schwager zu Zorn  und Ottilia, Hanß Jacob Brömbsers Frau von Lorch am 26.8.1627 – diese Patenschaften offenbaren, dass einerseits verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Grebenrother und Zorner Brömsern sowie andererseits zwischen den Zorner Brömsern und den Nachkommen der adeligen Brömser in Lorch am Rhein gab.

 

4.9 Peter B. (1608 - 1632) in Nastätten und Buch

Geboren vor 1585; gestorben 1635/36; getraut am 6.4.1608 verm. Nastätten mit NN.


Genannt in Nastätten, 1608: „Peter Brembser 3 fester und ¼ eins festes von seiner (darüber:) Jost Kribels Hoifreide im Oberdorf Vide Ao F11 olim (ehemals) Petri Butzbach Post (nachmals) Nicolaus Negeler der Weißbender (K26)“ ; nachgewiesen von 1608 bis 1627; 1628 Nachfolger in Hofreite genannt ; 1628 bis 1632 in einer Hofreithe, die von Jacob Eisenkoben (um 1604) und danach ab 1612 im Besitz von Emmerich Eisenkoben war; hatte den Hof zusammen mit Peter Bernhard ; hatte 1616, 1617 und 1618 Bede-schulden in Nastätten ; 1623 bei der Landrettungssteuer auf 137 ½ Gulden veranschlagt ; gestorben 1628/36 ; Einwohner zu Buch, gestorben 1635/36 ; am 2.8.1628 und 13.10.1629 in Buch auf 250 Gulden eingeschätzt.

 

4.10 Friedrich B. (1627 - 1641) in Nastätten, Bornich, St. Goarshausen, St. Goar und Kaub

Geboren vor 1605 verm. Nastätten; gestorben nach 15.8.1641; getraut vor 1628 mit Catharina Becker, Tochter des Velten und Anna B. zu Nastätten; geboren vor 1610; gestorben nach März 1641.


Bäckermeister und Gemeindebäcker zu Bornich von 1627 bis 1633 (Nachfolger ab 1635 genannt); hatte das Backhaus zu Bornich 1629 als Gemeindebäcker für 15 ½ Malter Korn jährlicher Backzins auf 5 Jahre geliehen; dafür muss die Gemeinde das Backhaus Instand halten („in Baw und Besserung“).


Im Kb. der evang. Pfarrei Bornich tauchen beide Eheleute zwischen 1627 und 1633 insgesamt siebenmal als Paten auf.


Friedrich B. stiftete 1627 dem Pfarrer Philipp Colonius von Bornich 10 Gulden.


Steuerpflichtiger zu Bornich: „Fritz Brömbser, becker“, 1628 mit 25 Gulden veranschlagt, genannt ebenfalls 1629 und 1632 ; gleichzeitig Nastätter Bürger 1628/36 ; kauft am 26.5.1631 ein Haus in Nastätten von Peter Wollenschläger für 200 Gulden, das von dem verstorbenen Wilhelm Butzbach erbaut wurde und von dessen Erben an Wollenschläger verkauft wurde.


Flüchtete mit seiner Familie 1635 nach St. Goarshausen (während viele Bornicher Einwohner in den Wäldern lebten). Dort starb am 22.8.1635 eines seiner Kinder während einer Pestepedemieh: „M. [=Meister] Fritzen (? gelesen: Fiethen/Futhen) Brumsern von Nasteddten ein Kind begraben“.


Friedrich B. erscheint in einer Liste von Fremden, die sich in St. Goar aufhalten, im August 1636 als neu hinzugekommener Fremder: ... „Fritz Brömbser von Nastätten“ ; vermutlich ebenfalls gemeint, wenn 1636  als Nastätter Bürger bezeichnet wird: „Fritz Becker, hat ein Kind, hält sich auf in St. Goar“ (Becker als Hausname - Ehefrau ist eine geborene Becker - oder wegen seines Berufes?).


Danach hessischer Leibeigener zu Nastätten, von schwedischen Kriegsvölkern vertrieben, war im Exil in St. Goarshausen, dann am 16.5.1640 und noch am 1.1.[1641] in Kaub. Er hatte eine kranke Frau und Kinder, sollte nach Nastätten zurück, wo er sich am 8.6.1640 von seinem Handwerk als Bäcker und seinen Gütern nicht hätte ernähren können ; erwirbt am 31.5.1640 das Bürgerrecht ad tempus in Kaub: „Meister Friedrich Brümbser, Bürger und Bäcker von Nastätten“.


Sie Patin am 14.3.1641 bei Taufe von Catharina, Tochter von Balthasar Korp in Kaub.


Fritz Brömbser genannt in Einwohnerliste von Nastätten vom 15.8.1641 mit der Bemerkung „geringes Vermögen“ . Danach verliert sich seine Spur.


Er genannt 1679 als Vater von Henrich in Nastätten (vermutlich bereits verstorben).

 

Kinder:

•    Anna Catharina, get. 1.1.1628 Bornich; + vor 1636
•    Werner, get. 21.9.1630 Bornich, unter den Paten: die Großmutter mütterlicherseits; + vor 1636
5.6  Hans Henrich, get. 21.9.1630 Bornich, Paten: ‚Hans Jacob B. von Lorch, des Vaters Bruder Heinrich B. auf Burg Katz und dessen Schwester Anna Maria verheiratet mit Wasenmeister Frantz‘ [Hoffmann], Hans Henrich lebt noch 1679 in St. Goar
5.7 ? Johann Eberhard, * um 1644/45 – + 1714

Ein Kind ohne Name wurde am 22.8.1635 in St. Goarshausen begraben ; 1636 müssen die ersten beiden Kinder bereits verstorben gewesen sein, denn es wird nur noch 1 Kind genannt (s. oben).

 

Zum Gemeindebackhaus von Bornich:

Das Gemeindebackhaus befand sich in dem südöstlichen Teil des Rathaus-Erdgeschosses, rechts vom Treppenaufgang, der zum Büro des Bürgermeisters, zum Bürgersaal und zum "Bollesje" führte. Der große Backofen war etwas vorgebaut, während Backstube, Küche und Wohnstube das übrige Erdgeschoß einnahmen. Dieses Gemeindebackhaus bestand von 1571 bis 1929, also über 350 Jahre und war jeweils an einen Bäcker verpachtet. Als der letzte Pächter des Gemeindebackhauses (Gemmerich) 1929 selbst ein Backhaus errichtete, blieben die Räume im Rathaus leer stehen und der mittlerweile veraltete Backofen ungenutzt. Mit dem Abbruch des Rathauses [Anfang 1956] verschwand auch das Gemeindebackhaus.


Zu Bornich :

Die Einwohner hatten das Recht, sich in Kriegszeiten hinter die Mauern von St. Goarshausen zu flüchten ; 1632 litten die Einwohner große Not und richteten eine Bittschrift an ihren Landesherren ; um 1636/40 waren sie in die Wälder geflüchtet; sie empfingen das Abendmahl in der Loreleyhöhle „Hanselmanns Loch“ ; 1639 war nur noch die Hälfte der früheren Einwohner im Dorf ; 1640 richteten sie nochmals ein Gesuch an den Landesfürsten mit der Bitte um Stundung oder Erlass der Bede

 

4.11 Anna Maria Bremser (um 1630) in Nastätten

Geboren vor 1610; gestorben nach 21.9.1630; getraut vor 21.9.1630 mit Scharfrichter und Wasenmeister Franz Hofmann  zu Nastätten; geboren vor 1605; gestorben nach 1647/vor 1655.


Am 21.9.1630 ist Anna Maria, Schwester des Friedrich B., „Meister Frantzen des Wasenmeisters zu Nastätten Hausfrau“, Patin bei Taufe von Hans Henrich, Sohn des Friedrich B. in Bornich.


Nicht genannt in einer Einwohnerliste von Nastätten von 1636; ca. 1628/36 Einwohner in Nastätten (Nr. 79): Meister Frantz; ca. 1629/30 Ausmärker zu Katzenelnbogen: „Franz Hofman, Scharpfrichter zu Nastätten, 100 Gulden“.


Aus dem Tagebuch des Pfarrers Plebanus vom 29.6.1636  : „Frantz Scharpfrichter zu Nastätten erzehlet von Nastätten, da er vorigen Tags gewesen war, ... dass er einen Hasen von dem Steg bey dem Rhathauss geschossen, dass er in den Bach gebürtzelt. Sey aber ihme hierüber eine solche Forcht ankommen, dass er sich nicht geseumet, sondern von dannen gemacht.“ Nastätten war damals also völlig entvölkert!


Frantz Hoffmann, Nachrichter, genannt in Einwohnerliste von Nastätten vom 15.8.1641 mit der Bemerkung zu seinem Vermögen: „stehet wohl“.


 „Meister Frantz zue Nastätten“ erhält 1647 vom Gemeinderat St. Goarshausen 1 Gulden und 16 Albus für „zwey starcke Ledderge-hencke an die 2 größeste Glocken, welche Gehenck noch im Vorrath, weil die andern baufällig und unversehens zerbrechen möch-ten“  – als Abdecker verkaufte er offenbar auch Lederartikel.


Kinder:

• Anna; geb. vor 1640; gest. nach 9.9.1668; oo vor 28.5.1655k mit Johann David Busch, Scharfrichter in Nastätten von 1655 bis mind. 1658, wahrscheinl. bis mind. 27.3.1667, als er in Nastätten als Pate bei Taufe von Joh. David, S. des Andreas Adam Bremser auftritt (Johannes [Joes] David  Busch); sie Patin am 22.1.1661 in Nastätten bei Taufe von Theodor, S. des Joh. Jacob Kropping; am 15.10.1662 in Buch bei Taufe der Anna Gertrud, T. des Andreas Adam Bremser und am 9.9.1668 in Nastätten bei der Taufe des Johann Nicolaus, S. des Andreas Adam B.
Eventuell:
• Anna Veronica; get. 7.6.1635 Patersberg; V.: “Meister Frantzen” [NN]; P.: Michael Uler, Pfarrer von Oberwallmenach

 

Anmerkung zu Wasenmeistern und Scharfrichtern von Nastätten:
1615: Wasenmeister in Nastätten genannt ohne Namen ; 1630 – 1647: Franz Hofmann (siehe oben); 1655 – 1658 (1667): Johann David Busch, Carnifex, „der Nachrichter“; Sohn des Hans Busch, Scharfrichters zu Neuhof ; … 1700 – 1739: Johann David Busch (1680 – 1739), oo 1697 Mainz (St. Emeram) m. Maria Magdalena Molter; Begründer der Busch- Dynastie in Nastätten; Sohn des Joh. Nicolaus Busch (1658 – 1723) in Neuhof; Enkel des Scharfrichters Hans Leonhard Busch von Neuhof (1616 – 1692); Uren-kel des Hans Busch; Scharfrichter zu Neuhof von ca. 1599 – ca. 1635; oo 1601 in Babenhausen  mit Apolonia, T. des Scharfrichters Michael Knapp ; Johann Davids Großvater war somit ein Bruder seines Vorvorgängers, der ebenfalls Johann David Busch hieß; die Familien Busch in Neuhof und Nastätten waren stets katholisch.


Anmerkungen zu Nastätten vor und während des 30-jährigen Krieges:
Die Einwohner von Nastätten waren um 1584 landgräfliche Eigenleute, die weder frei abziehen noch zuziehen durften.
 
Es existiert eine Einwohnerliste von Nastätten im dortigen Gerichtsprotokollbuch von 1628 mit 135 Namen („Catalogus Civium Nastadinorum mortuorium ed viventium 1628 – 1636“)  In diese Liste wurden die Verstorbenen bis 1636 nachgetragen. Danach sind in diesem Zeitraum 84 Personen verstorben. Im Jahr 1635 überfielen von Bönninghausensche Dragoner Miehlen und Nastätten, schleppten die Beamten als Geiseln weg und verübten unerhörte Erpressungen  Am 8.10.1635 wurde der Bürgermeister von Nastätten in St. Goarshausen gewählt. Der Rat war also dorthin geflüchtet und hatte das Ratsprotokollbuch mitgenommen  Nastätten war (um 1636) völlig entvölkert und mit ihm alle Dörfer des Amtes Reichenberg, außer Nochern, Lierschied und zeitweise das Tal Reichenberg (insgesamt 36 Ortschaften)  Die verbliebenen Einwohner waren geflüchtet.  St. Goar und St. Goarshausen nahmen geflohene Landbewohner auf  1640 hielten sich die Nastätter auf Burg Reichenberg auf, als die Burg kampflos an die Schweden übergeben werden musste.

 

4.12 Heinrich B. (1616 - 1652) in Nastätten und St. Goarshausen - Burg Neukatzenelnbogen (Katz)

Geboren vor 1595 verm. Nastätten; gestorben nach dem 28.2.1655; getraut vor 11.11.1619 mit Anna Margaretha NN; geboren vor 1600; gestorben nach 28.2.1655; sie ist nach 1652 zum Katholizismus konvertiert.


Konstabel Meisterh: eigentl. Konstabler = Büchsenmeister, Waffenschmied und Geschützgießer, der im Kriegsfall auch ein Geschütz bedient ; nachgewiesen auf Burg Katz von 1631 bis 1652NL May; 1636 und später: Der Konstabel wird immer wieder beauftragt, Eisenschmiedearbeiten an öffentlichen Gebäuden in St. Goarshausen durchzuführen. Nach 1640 werden diese Arbeiten durch Schmiede von St. Goar oder Bornich ausgeführt ; erhielt am 20.1.1639 zusammen mit anderen Offizieren sein Verpflegungsgeld: 5 Gulden ; Erhielt 1643 Tranksteuer: „gibt Joachim Mengell, Burggraf auf der Catz für Heinrich B., constabel, so er auch zu Camp erkaufft für ein ohm 18 viertel“.


Heinrich hatte 1616, 1617 und 1618 Bedeschulden in Nastätten wie Peter B. (siehe oben); an Martini 1619 (11.11.) zahlt Henrich B. 8 Albus Kirchenzins wegen seiner Schwiegermutter ; wurde 1623 bei der Landrettungssteuer in Nastätten mit 50 Gulden veran-schlagt ; 1628/36 Einwohner in Nastätten (nachgetragen).


Er Pate am 15.8.1641 bei seinem Enkel Philipp Henrich Holle.


Sie Patin am 3.3.1644 bei Philipp Pfuffen, Soldaten, Tochterh, am 11.7.1652 bei ihrer Enkelin Anna Elisabeth, Tochter des Andreas Adam Bremser h und am 28.2.1655 bei ihrem Enkel Georg Holl in Buch).

 
Burg Katz widerstand 1626 dem fünfmaligen Ansturm der Spanier mit nur 80 Mann Besatzung und 10 Geschützen, die zeitgleich die Festung Rheinfels erstürmten. Von Batterien auf dem Wackenberg und auf dem Patersberg wurde die Burg so unter Feuer genommen, dass Bergfried und Kommandantenhaus ausbrannten. Wie die gesamte Niedergrafschaft seit 1626 im Besitz der Linie Hessen-Darmstadt, musste sich die „Katz“ 1647 den Truppen Hessen-Kassels nach kurzer Beschießung ergeben, um nun bei der Belagerung des Rheinfels mit ihren Geschützen mitzuwirken, bis die Festung sich ebenfalls ergab.
Ab Februar 1653 tauchten bei den kirchlichen Amtshandlungen keine Soldaten mehr auf. Dies ist entweder auf den Abzug der Garnison von Burg Katz zurückzuführen oder die gesamte Besatzung ist vom Katholizismus konvertiert  Letzteres ist wahrscheinlicher, denn der Landesherr, Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels, ist 1652 zum kath. Glauben konvertiert.  Er erwirkte von seiner Verwandtschaft – der Linie Hessen-Kassel – 1654 das Zugeständnis, dass in St. Goar, Nastätten und Langenschwalbach (heute Bad Schwalbach) öffentlich katholischer Gottesdienst abgehalten werden durfte  Es ist nicht unwahrscheinlich, dass mit ihm die ganze Garnison konvertiert ist, belegt ist das zumindest für Heinrichs Ehefrau und zwei seiner Kinder (s. u.) sowie für weitere Soldaten.

 

Kinder des Heinrich B. von Burg Katz:

5.8 Elsa/Elisabeth, * ca. 1620; K. 1634 (1634: Magd); oo 1640 St. Goarshausen mit Wendel Holle; + nach 1658
5.9 Andreas Adam, * ca. 1623; K. 1637; Soldat auf Burg Katz, Wohnort St. Goarshausen, Religion ev., später katholisch; dreimal verheiratet; + nach 13.5.1687
•   Anna Gertrud, * ca. 1623; K. 1637; Patin 2.1.1648 bei Familie des Georg Knoll , am 5.12.1648 bei Familie des Hans Risau, beide Soldaten (luth.) und am 15.10.1665 bei der Tochter ihres Bruders Andreas Adam B. in Buch
•   Barbara, get. 13.3.1631 St. Goarshausen;  (unklar, ob identisch mit Barbara B.,  oo 29.6.1678 Mainz, St. Quentin, kath., mit Joh. Jacob Strauss )
5.10 Philipp, get. 26.1.1634 St. Goarshausen; K. 1649
•   ? Kind ohne Name, * 1635?, begr. 23.8.1635 St. Goarshausen, + an der Pest

Die Kinder Andreas Adam und Anna Gertrud sind nach 1652 zusammen mit der Mutter zum Katholizismus konvertiert.

 

o. Nr.: Peter B. (um 1635) in Niedermeilingen ?

um 1635?


Sein angebliches Hausbuch beschreibt die Zustände in Niedermeilingen im 30-jährigen Krieg
Vgl. „Erneuertes Schatzungsregister“ von 1629/30: kein Brömser/Bremser in Niedermeilingen.


Nicht genannt in den Kastenregistern von Niedermeilingen in der Zeit von 1629 bis 1650, allerdings sind dort nur Personen verzeichnet, die sich Geld aus dem Kirchenkasten geliehen hatten (so genannte „Censiten“) Anders als bei den Kastenregistern von Zorn werden in Niedermeilingen nicht die als Pfand hinterlegten Grundstücke mit ihren Anliegern genannt.

 

o. Nr.: Philipp B. ? (1634) in Bornich

1634 als Pate bei der Familie des Heinrich B. auf Burg Katz , genannt als „Philipp affinis Constabels, civis Bornichensis“ = Schwager oder Schwiegersohn, kann aber auch Nachbar oder Gehilfe bedeuten ; hier verm. Schwager o. Schwiegersohn, weil ein Nachbar oder Gehilfe wahrscheinlich auch auf Burg Katz gewohnt hätte.


Es ist fraglich, ob es sich hier um ein Mitglied der Familie B. handelt, weil er auch im Kb. von Bornich von 1627 bis 1639 nicht auftaucht, auch nicht als Pate.