Bremser-Familiengeschichte
Bremser-Familiengeschichte

Aktuelles

Donnerstag, 1.8.2019

Älteste bürgerliche Brömser im Rheingau

Dem Aufsatz von Dr. Harald Winkel „Das älteste Lehnsbuch und das älteste Zinsregister der von Greiffenclau zu Vollrads“, veröffentlicht in den Nassauischen Annalen, 129. Band, 2018, haben wir es zu verdanken, dass wir auf einen bürgerlichen Namensträger ‚Brömser‘ stoßen, der rund 100 Jahre vor Dietrich Brömser von Rüdesheim gelebt hat, und somit kein Vorfahre der späteren bürgerlichen Brömser und Bremser in Rheingau und Taunus war.

Im Zinsregister vom Anfang des 15. Jahrhunderts mit Nachträgen aus dem 1. Drittel des 15. Jahrhunderts (bis ca. 1435) finden sich Einträge über einen Klaus Brömser (Klesegin Bromszer/Clesegin Brümszir) in Hallgarten, der Pächter und Anlieger von dortigen Weinbergen in der Schönhell (Schonheldin) war. Sein Nachfolger als Pächter war um 1420 ein Peter Rose (Pedir Rose). Ihm war es auch gelungen, die in Hallgarten genannten Weinberge der Zinszahlung an Freidrich Greiffenclau von Vollrads zu entziehen.


Gut möglich ist, dass er mit den bürgerlichen Brömsern in Mainz, Weisenau verwandt war, und dass sie Abkömmlinge eines bisher nicht bekannten adeligen Brömser von Rüdesheim waren. Möglicherweise handelte es sich dabei um ein Familienmitglied, das in den Dienst der Kirche in Mainz eingetreten war und (einen) illegitime(n) Nachkommen hatte.

 

Siehe auch unter: Nachträge zum Aufsatz

Einleitung

Wappen der Familie Brömser von Rüdesheim (Quelle: Beilage zu HFK Bd. 2, 1952, Heft 4)

Wer über Vorfahren aus dem Rheingau oder westlichen Taunus verfügt, der wird vielleicht unter seinen Vorfahren im 18. oder 19. Jahrhundert auf den Namen Bremser oder Brömser stoßen. Die Entstehung dieses bürgerlichen Familiennamens ist auf einen Übergang von einer niederadeligen Familie zum Bürgertum zurück zu führen. Innerhalb der Adelsfamilie gibt es mehrere Übergänge zum europäischen Hochadel, so dass diesem Personenkreis hier die Möglichkeit gegeben wird, seine Vorfahren zu Karl dem Großen zurück zu verfolgen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verzogen einige wenige Bremser-Familien an den Mittelrhein in die Gegend um Neuwied, um in den aufkommenden Zigarrenmanufakturen zu arbeiten. Deren Nachkommen sind heute bis in den Kölner Raum vorgedrungen. Ab der Mitte des 19. Jahrhundert wanderten viele Bremser in die Vereinigten Staaten und vereinzelt auch nach Südamerika aus, so dass heute in den USA annähernd gleich viele Bremser-Familien leben, wie in Deutschland. Sie stammen alle – soweit nachgewiesen – aus Taunus und Rheingau.
Der Begründer der bürgerlichen Brömser-/Bremser-Familiengeschichte in Rheingau und Taunus ist Dietrich Brömser von Rüdesheim, auch Dieter (Diether) genannt, aus dem gleichnamigen Ministerialengeschlecht aus Rüdesheim am Rhein.